10 Loops – Unerledigte Themen, die gerne noch erledigt werden möchten

In der letzten Folge „Selbstversuch: Klarträume – luzides Träumen“ habe ich meine Erfahrungen aus meinem Selbstversuch zu Klarträumen mit Dir geteilt. Zusätzlich gab zwei detaillierte Anleitungen, um Klarträume selbst ganz leicht erleben zu können.

In dieser Folge geht es um „Loops: Unerledigte Themen, die gerne noch erledigt werden möchten“. Dieses Thema ist eng verknüpft mit den Folgen 6 und 7: Aufräumen – Ordnung schaffen im Inneren und Äußeren. Dennoch habe ich mich auf Grund der Wichtigkeit dazu entschieden, hieraus eine eigene Folge zu machen.

Offene Loops sind Denk- oder Handlungskreisläufe, die noch offen sind, auf Vergebung oder Einhaltung warten. Demnach geht es bei offenen Loops um Versprechen, Abmachungen, Aufträge oder Dinge, die ich mir zu eigen gemacht habe und die bis jetzt unerledigt geblieben sind. Mit zu eigen gemacht meine ich, dass ich das Thema angenommen habe und auch die Verantwortung dafür übernommen habe. Es handelt sich dabei um ein Vorhaben, welches ich gedanklich initiiere und dann unvollendet lasse. Diese offenen Loops können nur mich selbst oder auch andere betreffen, also innere oder äußere Loops sein.

Beispiel aus der Arbeitswelt zu offenen Loops

Nachfolgend ein schönes Beispiel aus meinem Leben: Vor ca. einem Jahr hatte ich bei der Arbeit zugesagt, dass ich eine bestimmte Datei überarbeite. Dadurch hatte ich mir genau diese Aufgabe zu eigen gemacht und musste sie deshalb auch vollenden. Anschließend zog ich jedoch aus meiner Sicht wichtigere Themen immer wieder der Überarbeitung eben dieser Datei vor. Wahrscheinlich sind Dir ähnliche Situationen ebenfalls bekannt.

In den kommenden Monaten dachte ich ab und an noch an die offene Überarbeitung. Dabei hatte ich immer ein Gefühl der Schwere, die auf meinen Schultern lastet. Insgesamt ein sehr unschönes Gefühl, was jedoch als Motivation endlich zu handeln zu schwach war. Deshalb schob es ich es gerne beiseite und machte etwas anderes.

Letztlich ist genau das die Beschreibung für einen offenen Loop, also ein unerledigtes Thema, mit den Folgen, die ein Loop haben kann.

Hier habe ich mich auf ein Beispiel aus der Arbeitswelt bezogen. Daneben gibt es noch Abmachungen unter Freunden oder Partnern, die getroffen wurden und gegen die trotzdem verstoßen wird. Weitere Loops können unter anderem sein, offene Versprechen, Vorsätze, Schwüre, Menschen, die wir weiter festhalten obwohl wir sie loslassen möchten, Dinge, die wir behalten, ohne sie jemals wieder zu nutzen, Verhaltensmuster, die uns schaden sowie ungeklärte Situationen.

Negative Folgen von offenen Loops

Was machen diese offenen Loops, also übersetzt offene Schleifen, mit Dir? Zunächst drücken sie wie eingangs kurz erwähnt und lasten schwer auf Deinen Schultern. Darüber hinaus binden sie Energie und kosten dadurch Kraft. Zusätzlich machen sie Dir ein schlechtes Gewissen. Ablenken und Verdrängen hilft wenig bei der Lösung. Oft teilen wir unsere offenen Loops mit anderen und möchten so eine Absolution erhalten. Doch es erfordert hier andere Mittel. Als Folge müssen wir uns genau diesen Loops stellen und sie schließen oder bereinigen. Zum Bereinigen später mehr in dieser Folge.

Als ich mich mit dem Thema näher beschäftigt hatte, wurde mir klar, wie viele offene Loops ich habe und auch täglich neu aufmache. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, möglichst wenig neue Loops zu beginnen und möglichst viele offene Loops zu schließen.

Tipp: Offene Loops schließen

Wie habe ich das gemacht? Dafür bin ich bewusst in mich gegangen und habe auch meine ToDo-Listen angeschaut. Dann habe ich überlegt welche Aufgaben sich schnell erledigen oder klären lassen. Manchmal reichten wenige Minuten, z. B. um eine versprochene Information weiter zu leiten, etwas rauszusuchen oder einfach eine klärende Mail zu schreiben.

So hatte ich einem Schulungsanbieter vor ungefähr einem Jahr zugesagt, ein Seminar zu einem bestimmten Thema zu halten. Dafür war von meiner Seite eine Vorbereitung nötig und ich habe mich sogleich bei einem Onlinekurs angemeldet, um noch tiefer in das Thema einzutauchen. Dabei habe ich sehr schnell gemerkt, dass meine Themenschwerpunkte ganz woanders liegen und ein Seminar zu diesem Thema gegen meine eigenen Ansprüche für ein Seminar verstoßen würde. Dennoch blieb ich untätig und ließ das einfach mal so stehen. Diesen offenen Loop habe ich nun bereinigt, indem ich eine Mail geschrieben und darüber informiert habe, dass ich meine Themenschwerpunkte woanders sehe und ihm deshalb anbiete das Seminar anders zu vergeben. Seine Antwort kam schnell: kein Problem und prima, dass Sie mir Bescheid geben. Das Lossenden der Mail war schon ein gutes Gefühl, das durch seine Antwort noch verstärkt wurde. Zusätzlich war eine Leichtigkeit zu spüren. Diese Gefühle haben mich motiviert weiter Loops zu schließen.

Letztlich habe ich mir bewusst gemacht, dass das Thema durch meine damalige Zusage in der Welt ist. Wahrscheinlich hat der Schulungsanbieter ab und an auch an dieses Seminar gedacht und überlegt, wie der Stand ist und wie es nun da weiter geht. Insgesamt eine schlechte Situation für beide, die sich leicht bereinigen ließ.

Loslassen von Menschen oder zu klärende Situationen

Tatsächlich waren das auch die für mich leichten Loops. Darüber hinaus gibt es noch die schweren Loops. Für mich sind das Menschen, die ich gerne loslassen möchte, Verhaltensmuster, die mir schaden und vor allem ungeklärte Situationen. So lasten ungeklärte Situationen aus meiner Erfahrung noch viel schwerer auf mir als die bisherigen Loops und im Prinzip lassen sie sich leicht lösen. Hier brauche ich oft nur mehr Überwindung und gehe das Lösen so an, dass ich in Gedanken die Klärung der Situation durchspiele. Dabei stelle ich mir vor, wie ich mit der anderen Person spreche, meine Punkte vorbringe und dann überlege, welche Antworten ich gerne hören möchte. So erlebe ich die gesamte Situation bis zum positiven Ende. In diesem Schritt es für mich ganz wichtig auch die Gefühle zu fühlen, die ich vor, in und nach der Situation fühle. So habe ich die Ursache gesetzt für die Wirkung, die dann im tatsächlichen Klärungsgespräch eintritt. Im Anschluss suche ich das Klärungsgespräch möglichst bald und bin hinterher überrascht, wie leicht das war und wie gut es lief. Manchmal bringt es natürlich auch nur Klarheit. In allen Fällen fühle ich anschließend eine Leichtigkeit. In der Klärungssituation sind klare, authentische und respektvolle Worte aus meiner Sicht das Mittel der Wahl. Wobei für mich meine gewählten Worte klar, authentisch und respektvoll sein können, diese jedoch beim Gegenüber völlig anders ankommen. Tatsächlich ist es ein schmaler Grat, den ich mit positiven Gedanken über mein Gegenüber und Warmherzigkeit zu meistern versuche. Bei solchen Klärungen darf auch die Rolle des Egos oder des beleidigten und evtl. verletzten inneren Kindes berücksichtigt werden. Beide neigen dazu gerne etwas härter und deutlicher zu reden, um sich vermeintlich zu rächen. Am Ende müssen beide für die Klärung rechtzeitig vorher erkannt und überwunden werden. Folglich kann und sollte Groll durch Vergebung, Liebe und Frieden ersetzt werden. Bevor ich weitermache möchte ich diesen für mich bedeutenden Satz gerne noch einmal wiederholen: Groll sollte durch Vergebung, Liebe und Frieden ersetzt werden. Alles andere schafft nur negative Energie. Das ist natürlich sehr, sehr leicht gesagt und in der Umsetzung eine echte Herausforderung. Ja, ich weiß und ich weiß auch, dass mit dem Bewusstsein darüber schon die halbe Arbeit gemacht ist. Magisch ist für mich in diesem Zusammenhang ein Zitat aus „Ein Kurs in Wundern“: Es gibt keine kleinen Aufregungen. Sie alle stören den Frieden meines Geistes gleichermaßen.

Nützlich in diesem Zusammenhang auch die Kenntnis, dass jeder das Beste gibt, was er gerade in dieser Situation geben kann. Ebenfalls hilfreich ist es, sich in den anderen zu versetzen und zu überlegen, ob ich mich selbst ebenfalls schon einmal so verhalten habe, wie der andere. Wenn ich hier ehrlich zu mir selbst bin werde ich feststellen, dass ich mich in den allermeisten Situationen, die mich jetzt beim Anderen ärgern, irgendwann ebenfalls schon einmal so verhalten habe. Auch hier ist das Bewusstsein darüber eine gute Unterstützung.

Alles ist vergänglich – nutze Deine Zeit!

Aus meiner Erfahrung ist aufschieben bei ungeklärten Situationen zwingend zu vermeiden. Mach Dir dabei immer bewusst, wie vergänglich nahezu alles ist. Möglicherweise wartest Du zu lange und eine Klärung wird durch unsere Vergänglichkeit auf der bewussten Ebene unmöglich. Tatsächlich waren das jetzt nur drei kurze Sätze, die jedoch so eine starke Wirkung haben, wenn Du sie bewusst auf Dich anwendest. Diese Schwere bleibt für den Rest Deines Lebens und wird Dich Sätze denken oder sagen lassen, wie „hätte ich doch mal …“.  Wenn Du aus diesem Podcast nur einen einzigen Punkt mitnehmen möchtest, dann empfehle ich Dir genau diesen: Kümmere Dich um ungeklärte Situationen und bereinige sie solange Du das kannst und bevor es zu spät ist! Das gilt übrigens auch für Geld, welches Du anderen evtl. noch schuldest! Das Gefühl bleibt für lange, wenn es denn wirklich einmal zu spät war und Dinge ungeklärt geblieben sind. Wunderbar ist die dadurch entstehende Leichtigkeit!

Beenden von Freundschaften

Ein anderes spannendes Thema ist das Beenden von Freundschaften. Alles im Leben unterliegt dem Gesetz der Wandlung und ist dadurch in ständigem Wandel. So auch Freundschaften. Freunde kommen und gehen. Das ist ganz normal und aus meiner Sicht für die eigene Ent-Wicklung auch von großer Bedeutung. Wenn nun bei einer Freundschaft für Dich die Stimmigkeit fehlt, ist es Zeit diese zu beenden. Dafür gibt es zwei Wege: Ausschleichen und Ansprechen. Du kannst auf Mails, Nachrichten und Anrufe mit weniger Worten und Inhalt oder einfach später reagieren. So signalisierst Du dem anderen subtil was Du möchtest. Dieser Prozess zieht sich über längere Zeit und belastet beide Seiten. Beim anderen gibt es eine Unsicherheit und Du weißt tief in Deinem Inneren, dass das der falsche und feige Weg ist. Frage Dich, möchtest Du selbst so behandelt werden? Oder ist es besser wertschätzend mit dem anderen umzugehen, bewusst und mit klarer Sprache, respektvoll Deine Entscheidung zum Ende der Freundschaft oder auch Beziehung anzusprechen und dies auch zu begründen. Versuche Dich in die Lage des anderen zu versetzen und handle so, wie es für Dich stimmig ist.

Manch offene Loops sind auch einfach nur Gefühle, die bislang unterdrückt wurden und gelebt werden wollen. Wie vorhin helfen hier das Bewusstsein und das Ausleben der Gefühle.

Reduziere die Anzahl Deiner offenen Loops

Insgesamt haben wir aus meiner Sicht viel zu viele offene Loops in unserem Leben. Dazu gibt es ein weiteres schönes Beispiel, wie schnell ein neuer Loop entstehen kann. Jemand regt Dich auf oder beleidigt Dich sogar. Nun hast Du die Wahl zu entscheiden, ob Du darauf einsteigst oder es lässt. Frage Dich: Brauchst Du noch einen neuen Loop oder geht es dieses Mal auch ohne?

Darüber hinaus gibt es auch versteckte offene Loops, die gelebt werden, deren Zeit jedoch abgelaufen ist. Dabei kann es sich zum Beispiel um selbst auferlegte Pflichten handeln, wie das regelmäßige Sportprogramm nach strikten Vorgaben oder der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel. Hier kannst Du Dich aus Deinem Anspruch entlassen, Dinge aus Pflicht zu tun oder zu lassen. Folge Deiner Freude! So wirst Du auch mehr Leichtigkeit leben können.

Wie offene Loops noch entstehen können

Spannend ist für mich die Frage, wann genau ein offener Loop bei mir entsteht. Dazu ein Beispiel: Bei der Arbeit bekomme ich neue Themen zum Bearbeiten. Werden diese allein dadurch auch Teil meiner Loops, die ich beenden muss? Dadurch, dass ich die Entscheidung getroffen habe, dieser Arbeit nachzugehen, werden sie Teil meiner Loops. Wichtig finde ich hierbei, die Entscheidung zur Arbeit bewusst jeden Tag neu zu treffen: Möchte ich hier arbeiten oder lieber woanders? Love it, change it or leave it ist hier der Spruch meiner Wahl.

Wenn ich auch als Angestellter sehr selbstständig arbeite und selbst mit beeinflussen kann, was ich tue, liegt der Fall anders. In diesem Fall werden nur die Aufgaben Teil meiner Loops, die ich für mich angenommen habe, mir zu eigen gemacht habe und für die ich mich verantwortlich fühle. Diese muss ich dann auch erfüllen. Die übrigen Aufgaben können gerne woanders bearbeitet werden.

Bereinigung von Loops

Anfangs hatte ich das Thema Bereinigung der offenen Loops angesprochen. Loops sind wie innere oder äußere Verträge zu sehen und Verträge sind generell einzuhalten. Für die meisten offenen Loops gilt, dass ich auch nachträglich immer die Möglichkeit habe, diese getroffenen Vereinbarungen zu ändern. Dazu mache ich einen neuen Vertrag mit mir, der stimmig ist und den ich dadurch verbindlich eingehe. Wichtig dabei: Wenn andere davon betroffen sind, muss ich diese natürlich einbinden! Am besten mache ich das indem ich sachlich und mit klarer Sprache erkläre, was sich geändert hat und mich dazu bewogen hat meine Meinung zum bisherigen Vertrag zu ändern.

Zu Beginn vom Podcast „Lebe Dich bewusst“ hatte ich einen inneren Vertrag mit mir gemacht, wöchentlich eine neue Episode zu veröffentlichen. Dadurch bin ich eine Verpflichtung eingegangen und daraus ist dann natürlich direkt eine Pflicht geworden. Bei einem Thema, dass ich aus Freude und zum Wohle aller mache ist das eine denkbar schlechte Ausgangslage. Nach wenigen Wochen bin ich auch zu dieser Einsicht gekommen und veröffentliche nun neue Episoden, wenn die Zeit dafür reif ist. Als Konsequenz nehme ich dafür schlechtere Platzierungen in den Podcast Charts gerne in Kauf. Im Gegenzug bin ich wieder voller Freude bei der Erstellung dabei und oft packt es mich und ich habe den inneren Drang, die nächste Episode direkt aufzunehmen. Und genauso stelle ich es mir vor und so fühlt es sich sehr stimmig für mich an!

Beende immer Dinge, die Du angefangen hast!

Zusammenfassend sind offene Loops ein großes Thema, das viele Menschen betrifft. Mein Tipp: Beende immer Dinge, die Du angefangen hast! Kläre ungeklärte Situationen und vergib anderen. Denk dran, jeder handelt immer so gut wie er gerade kann. Kümmere Dich um ungeklärte Situationen und bereinige sie solange Du das kannst und bevor es zu spät ist! Überlege genau, ob Du Dir eine Aufgabe zu eigen gemacht hast und falls ja, dann erfülle sie. Viele Aufgaben lassen sich sehr schnell erledigen. Falls bleibende Loops nach einiger Zeit unstimmig für Dich sind, kannst Du den inneren und äußeren Vertrag ändern und Beteiligte natürlich mit einbinden. Seit ich mir diese Zusammenhänge bewusst gemacht habe konnte ich bereits viele Loops schließen und ich achte nun verstärkt darauf, weniger neue Loops zu eröffnen. In der nächsten Folge geht es um meinen Selbstversuch zum Heilfasten.

Dein Sebastian

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